Aber wie man solch einen Prachtvogel nun vollformatig auf den Sensor bekommt, war mir ein Rätsel. Sah man ihn bestenfalls für ein paar Sekunden  im Tiefflug über dem Wasser.

Eisvogel Revier

Doch bevor es richtig losgehen kann, stand das größte Problem noch an. Einen Platz finden, an dem sich die Eisvögel regelmäßig aufhalten und ihr Revier haben. An Flussläufen ist es recht schwierig, diese Stellen zu finden. An Seen oder Teichen ist es etwas einfacher, aber erstmal finden. Im Internet gibt es diverse Karten, die die Gewässer sehr anschaulich darstellen. Sogar Satelitenaufnahmen helfen, den geeigneten Platz zu finden. Die technische Seite meiner Fotoausrüstung war insoweit in Ordnung. Mit einer Brennweite bis 400 mm sollte es eigentlich passen. In diversen Netzwerken nahm ich Kontakt mit potenziellen Fotografen auf und bekam dadurch wertvolle Informationen. Sehr oft diskutierten wir über den Ansitz und über das Verhalten der Eisvögel. Nicht alle Fotografen wollten gleich aus dem Nähkästchen plaudern, was ich auch verstehen kann. Zu selten und kostbar sind die Portraitaufnahmen des Eisvogels und jeder hat sein eigenes, kleines Geheimnis.

 

Eines habe ich sehr schnell begriffen, es braucht eine menge Geduld! Unzählige Stunden auf der Suche nach geeigneten Gewässern und die ständige Ausschau, einen Eisvogel zu sehen. Die Fluchtdistanz des Eisvogels ist sehr groß und sobald er den Menschen wahrnimmt, ist er auch schon weg. Selten erwischt man einen im Tiefflug über dem Wasser. Zum jetzigen Zeitpunkt rede ich nur über das Sehen. Das Fotografieren des Eisvogels ist noch in weiter Ferne.

 

Hilfsmittel wie Tarnzelt oder Tarnumhang sind unerlässlich. Wenn die Möglichkeit besteht, zudem noch natürliche Hilfsmittel zu nutzen, ist es noch besser. Anpassungen an die natürliche Umgebung sind natürlich die besten Voraussetungen für einen Ansitz. Ich würde es nicht glauben, wenn ich es nicht selbst erlebt hätte. Der Eisvogel bemerkt die kleinste Veränderung in seinem Revier und ist misstrauisch und scheu. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass er eine Veränderung oder die Entdeckung des Fotografen mit einem lauten Schrei quittiert. So als wolle er andere warnen. Damit verbunden ist der unmittelbare Abflug aus diesem Bereich. Ich habe es dann so gehalten, mein Versteck zu verlassen, weil die Wahrscheinlichkeit doch sehr gering ist, dass er an diesem Tag noch mal diese Stelle aufsucht. Jetzt ist Ausbessern angesagt! Die Überlegung muss sein, den Ansitz noch besser zu tarnen oder sogar eine andere Stelle aufzusuchen.

 

Eisvogel auf seinem Ansitz Eisvogel in der Morgensonne

Ich möchte hier keinesfalls den Leser verunsichern oder die Hoffnung nehmen, einen Eisvogel zu fotografieren. Sicher kommt es auch darauf an, wo sich das Revier des Eisvogels befindet. In der Wildnis ist der Eisvogel sicher scheuer, weil er keine Menschen gewohnt ist. Es gibt aber auch Regionen, in denen der Eisvogel öfters mit Menschen in Berührung kommt und sich daran gewöhnt hat. Ich habe mal einen Bericht im TV gesehen, da wurden sogar Bruthilfen im Bereich einer Großstadt gebaut und die Eisvögel haben diese Hilfe in Anspruch genommen. Also nicht erschrecken lassen, es ist regional stark unterschiedlich.

Es kommt zur Paarung Balzfütterung

Für mich die schönste Zeit ist, wenn die Eisvögel in ihr Brutrevier einziehen. Je nach Witterung und Temperatur kann das schon Anfang März sein. Die Eisvögel fliegen dann im Zweiergeschader über die Wasserfläche und suchen sich einen geeigneten Platz, um ihre Bruthöhle zu bauen. Steilwände aus lehmigem Sand sind die bevorzugten Nistplätze. Eisvögel graben Bruthöhlen von bis zu 80 cm in die Steilwand, die sie vor Feinden schützen soll. 

Die Ankunft an der Bruthöhle ist ein ganz besonderer Moment. Ein weit schallendes Trillern kann man wahrnehmen. Es scheint eine Art Verständigung untereinander zu sein, dass die Luft rein ist und keine Gefahr droht. So habe ich es jedenfalls empfunden. Aufgeregt fiegen die Eisvögel abwechseld in die Bruthöhle und bauen die Höhle aus. Nicht selten wird auch eine Bruthöhle vom Vorjahr genutzt, die natürlich erstmal aufgeräumt und neu angepasst werden muss. 

Dann wird es ernst. Mit viel Glück konnte ich dann die Eisvögel bei der Paarung beobachten. Es fängt zuerst mit der Werbung des Männchens an. Er fängt einen Fisch und dreht ihn so, dass der Kopf des Fisches nach vorn heraus schaut. Normalerweise fressen Eisvögel den Fisch mit dem Kopf zuerst. Er bietet seiner Liebsten also den Fisch mundgerecht an. Man spricht von der der sogenannten Balzfütterung. Akzeptiert das Weibchen die Werbung, nimmt sie gern das Geschenk an und frist den Fisch. Sind sich die beiden einig, kommt es dazu, dass das Mänchen das Weibchen "tritt". Die Voraussetzungen für Zuwachs sind gut.

 

Dieses Verhalten dauert schon eine Weile an und gemeinsam wird die Bruthöhle ausgebaut. Abwechseld fliegen sie in die Bruthöhle, während der andere ungeduldig davor wartet.

 

An dieser Stelle unterbreche ich diesen Beitrag. Ich werde das Schauspiel an der Bruthöhle weiter beobachten. Momentan sieht es so aus, als würden die Eisvögel brüten und dabei möchte ich sie nicht so oft stören. Interessant wird es dann, wenn die Jungvögel die Bruthöhle verlassen. Dann geht das Spektakel sicher weiter und ich hoffe, ein paar eindrucksvolle Aufnahmen machen zu können.

 

Wenn euch dieser Beitrag gefallen hat, würde ich mich über einen Kommentar freuen. Genau so können Ergänzungen oder eigene Erfahrungen beschrieben werden.

 

Hier geht es zum Teil 2

Bis dahin alles Gute, Andreas

 

 

 

Steckbrief Eisvogel

Wissenschaftlicher Name Alcedo atthis
Größe bis 16 cm
Gewicht 34 - 46 g
Lebenserwartung bis zu 5 Jahren
Nahrung Fische, Schnecken, Frösche, Insekten
Lebensraum Asien, Europa, Afrika
Brutzeit Mai bis August
Eier 5 - 7
Brutdauer 21 Tage
Zugvogel ja
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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